Computer-Museum beider Basel CMbB

ColoBâle Pratteln und Gymnasium Bäumlihof

Öffnungszeiten:
jeweils am letzten Sonntag im Monat, 14 bis 17 Uhr.
Per Email hier anmelden!




Eintrittsbeitrag (freiwillig):
5 Fr/Person 10 Fr/Familie






Aufräumen der Informationen zum Museum im WWW

Da wir nun mittlerweile in der ColoBâle gut installiert sind, finden wir etwas Zeit, unseren öffentlichen Auftritt im WWW etwas umfangreicher zu gestalten. Wir haben uns entschieden, neben diesem Blog auch eine Webseite (http://sites.google.com/view/cmbb) zu erstellen, die wir nach und nach mit immer strukturierter werdenden Informationen zum Computermuseum beider Basel füllen möchten. Neu ist hier eine Sektion mit Maschinenportraits, in der wir einzelne unserer Ansicht nach technisch bzw. geschichtlich besondere Rechner etwas näher präsentieren. im Gegensatz zu diesem Blog - so sind jetzt auch wieder ganz "alte" Informationen zu den ehemaligen Räumlichkeiten am Gymnasium Bäumlihof zutage getreten - erlaubt die klassische Webseite eine strukturierte Präsentation und lässt sich übersichtlicher erweitern.

Virtueller Werkstattraum - noch am GB (gibt es nicht mehr)

So sah viele Jahre bis zum Umzug in die ColoBâle unser Werkstattraum am Gymnasium Bäumlihof aus...





Werkstattraum

Virtueller Gang zur Game Lounge am GB (gibt es nicht mehr)

So etwa sah viele Jahre bis zum Umzug in die ColoBâle unser Museum am Gymnasium Bäumlihof aus...

Gang zur Game-Lounge

Sie können in folgende Räume gehen:

Game Lounge


Eingang

VINTAGE COMPUTER FESTIVAL 2018 IN THUN




Während der Zeit des Umzugs und des Neuaufbaus in der ColoBâle in Pratteln war es uns nicht möglich, an auswärtigen Veranstaltungen teilzunehmen. Bis jetzt.
Am Wochenende 17./18.3.2018 waren wir mit praktisch der gesamten Vintage Computer Szene der Schweiz und Gästen aus dem Ausland zusammen in der Konzepthalle in Thun. Neben dem Wiedersehen mit alten Bekannten vom Enter-Museum in Solothurn und vom Musée Bolo in Lausanne knüpften wir viele neue Kontakte.

Unsere Game Lounge im Wintergarten fand regen Zuspruch, vor allem bei den Kindern. Aber auch manch Vater oder manche Mutter setzte sich ans Trommelspiel oder ging auf Entenjagd.
Aber auch unsere Exoten kamen an. Es hat sich also gelohnt, zwei Autos mit Konsolen, Computern und Bildschirmen vollzuladen.
Wir danken Herrn Riesen und seinen Leuten für die Organisation und die freundliche Bewirtung.

Hier einige Eindrücke vom Festival:







Das CMGB in der Colobâle ...

ColoBâle

 ... ist geöffnet

jeweils am letzten Sonntag im Monat, 14 bis 17 Uhr.

Per Email hier anmelden!

Seit nun mehr als zwei Jahren (der Aufbau inbegriffen) ist unser Computermuseum Gymnasium Bäumlihof CMGB in den Hallen der Firma Colobâle AG in Pratteln, auf dem Magnet Areal (www.magnet-areal.ch). Wir sind inzwischen weitgehend eingerichtet und haben auch schon einige Events im kleineren Rahmen durchführen können.
Jetzt möchten wir an die Öffentlichkeit gehen, also das Museum für die Allgemeinheit öffnen. Da wir nur eine kleine Mannschaft sind wollen wir bescheiden anfangen. Vorgesehen ist ein Sonntagnachmittag im Monat. Unsere Erwartungen sind in einer sehr breiten Spannweite, von "es kommt überhaupt keiner/keine" bis "man rennt uns die Bude ein".
Unser Angebot richtet sich an Personen, die an der Geschichte des PCs interessiert sind, aber auch einen Sinn für Spiele auf dem Computer haben.
Unsere Gamelounge kann bis zu 15 Spieler aufnehmen. Da unsere Maxime "auf jedem Computer muss mindestens ein Spiel laufen" ist, können es durchaus noch ein paar Leute mehr sein, die parallel an den klassischen Computern spielen können. Kinder sind sehr willkommen.

In diesem Sinne wäre es vielleicht angebracht, sich vorher anzumelden, was Sie formlos über den Email-Link oben tun können. Wir wollen nicht unerwähnt lassen, dass wir eine Unkostenbeteiligung (Unterhalt der Geräte, Ersatz oder Neuanschaffungen) vorgesehen haben. Wir denken an 5 Fr/Person und 10 Fr / Familie.
Wer ein Relikt aus der Computer-Urzeit im Keller oder auf dem Dachboden sehen hat (bitte keine kaputten "normalen" PCs) hat und dafür keine Verwendung mehr findet, ist herzlich eingeladen, sich bei uns melden, um dem Gerät eine dauerhafte Bleibe (inkl. Pflege) zu ermöglichen.

Besuche ausserhalb der generellen Öffnungszeit nach Vereinbarung sind ebenfalls möglich.

Weitere Einzelheiten werden wir an dieser Stelle veröffentlichen.

Ende 2018 wird der Umbau des Gymnasium Bäumlihof abgeschlossen sein, und unsere Bunkerräume können dann wieder bezogen werden. Unser Fundus ist inzwischen aber deutlich angewachsen, dass wir dort wieder einziehen können und gleichwohl in der Colobale bleiben werden. Es liegt daher nahe, einen neuen Namen als Oberbegriff für beide Standorte zu verwenden. Was wäre schöner als den partnerschaftlichen Namen Computermuseum beider Basel, (Gymnasium Bäumlihof, BS und Colobâle Pratteln, BL), zu wählen.


Gerald Süss

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Unsere ältesten Computer im Film


Gerald Süss

Computer aus der Frühzeit des Informatikunterrichtes am Gymnasium Bäumlihof als begehrte Requisiten für einem Film über Bruno Manser. Hier sehen wir eine Polizeistation in München, die für eine Scene gebraucht wird. Am besten waren die schon leicht vergilbten Terminals geeignet, die damals im Gymnasium Bäumlihof am Ende der Verbindungsleitung zum Grosscomputer der Universität Basel standen. Die Anzeige ist noch die gleiche wie vor vielen Jahren.






 Und so sah das Büro während der Aufnahmen aus:





















Auch der damals verwendete Fernschreiber wurde aufgestellt. Man sieht ihn auf den nächsten zwei Bildern im Hintergrund.

 


Sogar unsere alte Schreibmaschine, die damals wie heute an einen C64 angeschlossen wurde, fand Verwendung:


Für eine weitere Szene wurde das Büro von Bruno Manser Anfang der 1990er Jahre mit einem iMac-Computer von Apple aufgebaut.
 
 

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Das Phablet von gestern

Seit einiger Zeit haben wir mehrere Varianten des EPSON HX-20 in unserer Ausstellung, die noch funktionieren. Das Interessante an diesem Universalgerät ist, dass es noch bis vor nicht allzu langer Zeit im Einsatz bei der deutschen Bundeswehr war, und zwar als Feuerleitrechner, was auch immer das genau für ein Zweck ist. Dieses Gerät wird im allgemeinen als erster Handheld und erster Laptop der Welt angesehen, und nach einigen praktischen Erfahrungen mit dieser kleinen Maschine, die ungefähr so gross ist wie eine A4-Seite und etwa so dick wie ein dünnerer Aktenordner, zeigt sich doch einiges an interessanten Details, die sich in modernen tragbaren Computern, insbesondere solchen, die auch als "phablets", als Zwischending zwischen "smartphone" und "tablet", teils auch sogar "laptop" heute sehr beliebt sind. Fangen wir doch beim Prozessor an. Es handelt sich - und das 1982, als die Geräte tatsächlich auf den Markt kamen, um 2 gleiche Prozessoren, man könnte als von einem "dual core" System sprechen. Als Bildschirm diente eine LCD-Punktmatrixanzeige, die sowohl 4 Zeilen Text, als auch Grafik mit einzeln ansteuerbaren Bildpunkten darstellen konnte. Zugegeben, das ist nicht viel und Graustufen gab es auch nicht. Dafür war die Anzeige aber sehr gut bei Tageslicht lesbar, was durch einen gut zugänglichen Kontrastregler an der Seite unterstützt wurde. Und sie war sehr energiesparend, so dass das Gerät mit 4 NiCd-Akkuzellen, etwa einer Grösse "baby" entsprechend, einige Stunden über die Runden kam. Das vollständige Aufladen dieser langlebigen Akkus, die in unseren Geräten auch nach über 30 Jahren immer noch funktionieren (!), dauert etwa 8 Stunden. Die Betriebsspannung seitens das Batterie beträgt 4.8V, so dass es auch kein Problem ist, wenn die Akkus mal versagen. Es gibt sie heute noch in diesem Format verschweißt zu kaufen, und wenn es sie mal nicht mehr gibt, lassen sich auch andere NiMH oder NiCd-Akkus einbauen. Eines der Geräte, das eine Seriennummer im 900er-Bereich hat, also eines aus der frühen Phase der Fertigung habe soeben, zwischen dem 5.1.2017 und dem 7.1.2017 einen Laufzeit-Test mit ca. 44h Dauerbetrieb in Endlosschleife mit Display-Ausgabe mit einer Akkuladung absolviert. Das kann sich auch heute noch für einen tragbaren Rechner sehen lassen. Das Programm sah so aus:

10 I=0
20 I=I+1
30 PRINT I
40 GOTO 20

Die Tastatur war "normal groß", sie ermöglichte ein angenehmes Schreiben. Mit integriert war ein kleiner Matrixdrucker, wie er heute noch in diversen Kassen zu finden ist. Es war kein Thermodrucker, sondern ein Nadeldrucker mit endlos-Farbband. Da der Drucker auch heute noch vielerorts in Gebrauch ist, kann man nach wie vor bei EPSON die Farbbänder kaufen. Das ist schon außergewöhnlich für ein solch altes Gerät. Typischerweise wurde das Gerät mit einem Diktiergerät-artigen Kassettenrecorder ausgeliefert, der als Massenspeicher diente. Dieser verfügte über einen elektronischen Bandzähler, der ausschließlich mittels Befehlen zu steuern war. So entfiel auch unterwegs das lästige manuelle herumspulen von Bändern. Man konnte ganz einfach ein Directory-Listing auf den Drucker für jedes Tonband ausgeben und mit der Kassette in die jeweilige Schachtel zum Aufbewahren geben. Wollte man ein Programm laden, konnte man mit dem Befehl "WIND" - das System verfügte wie damals üblich über ein eingebautes, reichhaltig erweitertes BASIC als Programmiersprache - an eine bestimmte Stelle des Bandes gespult werden und dann von dort aus gelesen werden. Praktisch. Für diejenigen, die in dem Erweiterungsschacht ein anderes Modul aus den Kassettenrecorder eingebaut hatten, gab es natürlich auch die Möglichkeit, einen externen Kassettenrecorder anzuschließen.

Nun war das Gerät zwar eine praktische Maschine für unterwegs, doch war tat man zu Hause, wo andere Rechner dieser Zeit sich an einen größeren Bildschirm wie den Fernseher anschließen ließen? Auch hier hatte EPSON eine Lösung, die wir leider nicht im Museum zeigen können: einen externen Bildschirmadapter, der eine wesentlich größere Anzeige auf ein Videodisplay ausgehen konnte, und das ganze in Farbe.

Weiterhin gab es eine serielle RS232-Schnittstelle. U.a. war sie es, die das Gerät zum Universalcomputer machte. So wurde der HX-20 auch als HT-II ausgeliefert in Funktion eines sog. "teach pendant", einem Handprogrammiergerät für EPSON/Seiko Industrieroboter-Controller. Einen solchen haben wir im Museum, vom Typ "Accusembler". Hier hat EPSON einfach das BASIC-ROM gegen ein SPEL-ROM, der den HX-20 zu einem seriellen Terminal macht, mit dem man die Roboter-Programmiersprache SPEL des Controllers per Kommandozeile bedienen kann, umfunktioniert. Dazu ist anzumerken, dass es keine relevante Hardwareanpassung braucht, und das "tech pendant" war, auch für heutige Verhältnisse, luxuriös. Es war klein und leicht, hatte aber sogar einen Drucker für Listings und Koordinatendaten, und einen Massenspeicher aufgrund des Tonbands für Backups oder zum Einspielen von Software.

Schließlich ermöglichte RS232 auch da Anschließen an Akustikkoppler und Modems, und auch BASIC unterstützte diese Funktionalität. So war das Gerät grundsätzlich auch netzwerktauglich. Für Firmen, die gerne ihr eigenes ROM verwenden wollten, war das Gerät auch wie gemacht: Unten befindet sich eine Klappe, darunter IC-Sockel zur Aufnahme alternativer und zusätzlicher ROMs. Ferner befindet sich hier ein DIP-Schalter zur Auswahl des Tastaturlayouts mit passendem Zeichensatz (LCD, Drucker) unabhängig vom Aufdruck auf der Tastatur.

Zusammenfassend kann man wirklich sagen, der HX-20 war der Pionier der mobilen Geräte. Er hatte eigentlich alle technischen Voraussetzungen, die man heute nach wie vor nicht missen möchte. Und das ganze gab es im übrigen schon 1982. Viele Rechner, die auf dem HX-20 folgten, hatten zahlreiche der Merkmale wieder nicht mehr, bis in die heutigen Tage, in denen Multi-Core CPUs auch in mobilen Geräten wieder der Standard sind.

Autor: Jürgen Hench

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